Aktiv für Fairpachten – Aktiv für den Schutz der Artenvielfalt

Interview mit Regionalberaterin Lena Haeberlein

Unsere Regionalberaterin Lena Haeberlein ist seit Mitte September 2020 im Team von Fairpachten und berät Verpächterinnen und Verpächter in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein. Mit der Vereinbarung von Naturschutzmaßnahmen in ihren Pachtverträgen setzen sich Landeigentümer/innen aktiv für den Erhalt der Artenvielfalt ein. Einen konkreten Beitrag dazu leisten aber auch viele Ehrenamtliche, die Fairpachten in vielfältiger Weise unterstützen.

Wie schützen Verpächter/innen, die Naturschutzmaßnahmen in ihren Pachtverträgen vereinbaren, damit die Artenvielfalt? Hast du hierfür ein konkretes Beispiel?

Lena Haeberlein: Hier gibt es viele Beispiele, denn jede Naturschutzmaßnahme, zu der wir Regionalberater/innen beraten, wirkt sich positiv auf den Erhalt der Artenvielfalt aus. Indem Verpächter/innen mit ihren Landwirt/innen zum Beispiel einen mehrjährigen Blüh- oder Brachestreifen im Pachtvertrag vereinbaren, schaffen sie Lebensräume für viele Insekten, Kleinsäuger und auch für Amphibien, wenn diese Streifen um Sölle und Kleingewässer herum angelegt werden. Das Vereinbaren einer fünf- oder mehrgliedrigen angepassten Fruchtfolge verringert beispielsweise den Einsatz von Dünger und chemisch-synthetischen Pestiziden, wodurch zum einen das Grundwasser geschützt und die Bodenqualität verbessert wir und zum anderen Lebensraum für Insekten entsteht. Auf diese Weise profitieren Mensch und Natur. 

Allerdings ist ja nicht jede/r ist Flächeneigentümer/in. Wie kann man trotzdem das Projekt unterstützen?

LH: Zunächst einmal kann man über das Beratungsangebot reden: Denn auch wenn man selbst keine Flächen besitzt, gibt es vielleicht Menschen im Freundes- oder Bekanntenkreis, die Flächen verpachten und dabei mehr für die Natur tun möchten. Außerdem kann man auf seine Gemeinde- und Kirchenvertreter/innen zugehen und ihnen das Projekt vorstellen, denn Kirchen und Kommunen besitzen häufig große landwirtschaftliche Flächen. Über das Projekt zu sprechen, hilft auf jeden Fall immer dabei Eigentümer/innen auf das Angebot und die Möglichkeit, etwas zu tun, aufmerksam zu machen.

Darüber hinaus kann man zum Beispiel unsere Flyer im nahegelegenen Café oder im Laden um die Ecke verteilen, Ausstellungsorte für die Fairpachten-Wanderausstellung oder einen Vortrag für uns Regionalberater/innen organisieren, wo wir das Projekt und einzelne Naturschutzmaßnahmen gerne einmal genauer vorstellen. Wir freuen uns auch immer über Hinweise und Kontakte zu anderen Initiativen und Projekten, die zu einem ähnlichen Thema arbeiten und Lust haben, uns in ihrem Newsletter oder auf der Website vorzustellen. Grundsätzlich kann sich jede/r bei uns einbringen, ganz gleich, ob man etwas weniger oder mehr Zeit dafür aufbringen kann. 

Wer Lust hat, sich mit dem Rückgang der Artenvielfalt und Naturschutzmaßnahmen in der Agrarlandschaft auseinanderzusetzen, kann gerne bei einem unserer Vorträge mit dem Titel „Naturschutz und Landwirtschaft“ vorbeischauen. Der nächste Vortrag findet online am 05. April von 18:30 bis 20 Uhr mit meinem Kollegen Jochen Goedecke statt.

Und wie trägt man als Ehrenamtliche/r auf diese Weise zum Erhalt der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft bei?

LH: Wie mein Beispiel von eben zeigt, trägt jede/r Verpächter/in, die oder der sich beraten lässt und konkrete Naturschutzmaßnahmen in ihren oder seinen Pachtverträgen vereinbart, zum Schutz der Artenvielfalt bei. Deswegen ist es wichtig, dass noch mehr Landeigentümer/innen von unserem Beratungsangebot und den Möglichkeiten erfahren, wie mehr Naturschutz auf ihren Flächen aussehen kann. Ob Flyer verteilen oder einen Vortrag organisieren – all das hilft dabei, Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren.

Was ist deine persönliche Motivation bei Fairpachten mitzumachen?

LH: Ich empfinde artenreiche Agrarlandschaften als sehr lebenswert und auch ästhetisch schön. Einige Flächen, die ich auch aus bestimmten Teilen rund um meinen Wohnort kenne, sind hingegen ziemlich trostlos und nahezu wüstenhaft. Ich möchte mich gerne dafür einsetzen, dass das nicht so bleibt, weil ich weiß, dass es auch anders geht und artenreiche Flächen ein Mehrwert für Mensch und Natur sind.

Jetzt beraten lassen:
Tel. 030 284 984 1844

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